01.05.2013

 

Polizeichor Augsburg

 

Konzert mit der Brettloper "Der launige Regenschirm", frei nach Peter Rosegger

 

Seit 1980 bedient der Polizeichor Augsburg mit seinem breiten Liederrepertoire jedes Klischee, das man im Allgemeinen mit einem Männerchor verbindet.

Geselligkeit (Trinklieder von der Renaissance bis zur Moderne), Heimatverbundenheit (Volkslieder von traditionell bis modern) und Neugierde (experimentelles Liedgut).

Diese Bandbreite guter Literatur erleben sie auch in diesem Konzert, in dem die Choristen unter der Leitung von Peter Müller traditionelles Liedgut in den ver-

schiedensten Bearbeitungen, bis hin zum Experiment, zu Gehör bringen.

 

Die Altbayerische Stub´nmusik ist ein Zusammenschluß von echten Volksmusikanten aus dem Dachauer- und dem Wittelsbacher Land. In ihrer Stammbesetzung

(E. Hartmann, M. Haas, G. Genthe, R. Obermaier und R. Insam) treten die Musiker bei zahlreichen Mariensingen, Passionssingen, Volksmusik- und Heimatabenden auf.

Im letzten Jahr feierte die Stub´nmusik ihr 20jähriges Bestehen.

 

 Dieses Konzert war ein heiteres schwäbisch - bayerisches Konzert.


Da Regnschirm


Da Sama-Hiasl hot an Weg über d Olm. Wiar er aussi geht ba da Tür va seiner Hüttn, steht er afn Stiagerl a Weil still und schaut um und um. Gugg ins Gebirg eini, gugg af die Bam hin, gugg in d Sun, beidelt den Koupf, draht sih um, draht sih nouhamol um und gugg wieder in d Sun. „Du, Olti“, sogg er za sein Weib,

das ba da Tür steht, 

„wos moanst dan, kunt ich nit an Regnschirm mitnehma?“

„Wiast willst, Hiasl“, moant sie. 

„Mih deucht, as wird nit ausholtn, heint. Sou viel demi (schwül). Und die Fluign! Wird hasn nit schlecht sei, wan ih n mitnim.“ 

„Host recht, nim an mit.“ 

„Oba Teuxl, da Steckn war ma zan Gehen kamouta. Wans eppadouh schön bleibb, is da Regnschirm ungschickt,

vagißt ah leicht drauf und loßtn wou loan. Dass s douh nit eppa gscheida war, ich nahm in Steckn und loßad in Schirm do.“ 

„So lossn do“, sogg sie. 

„Oba wons regngg! Afn gonzn Weg üba d Olm ka Doch, ih wurd waschlnoß. Für a Fürsorg kunt ihn >lacht< douh mitnehmen, in Schirm!“ 

„Nouh, nim an mit.“ 

Da Hiasl draht sih wieder amol um und um und schaut. 

„War oba ah nit unmigla, dass s ausholdad!“, sogg er. „As ziacht a Lüftl. Onständige war er ma holt viel, ban Bergsteign, da Steckn. Möchts douh frei wogn, dass ihn do lossad, in Regenschirm.“ 

„Nau, sa lossn do“, moant sie schon a wenk granti. 

Er schaut ins Gebirg eini, wo s milchweißi Gwölk steht: „Aufsteigen tuats saggerasch. Und d Sun blegazt säidi her! Scha frei z demi blegazt ma da Sun! As kimbb wos, heint! – Wan ich n douh mitnahmad!“ 

„Oba Goud, sa nim an mit!“ 

Af dos wird er wild: „Wos hoaßt dos: Nim an mit, loßn do! Nim an mit, loßn do! Däs Umziachn, amol sou, amol sou, kon ich wos nit leidn. Das

s gor a so wonkelmüati mögn sei, d Weibaleut!“

 

Peter Rosegger