Marokko Rundreise

Die faszinierende Rundreise der Farben und Formen führte von Marrakesch in den Südosten Marokkos. BEGLEITEN SIE uns.


Marokko sollte 2014 unser kleiner Abenteuerurlaub sein. Wir waren zu sechst. Der Flug ging ab München nach Marrakesch. Abflug war in München um 13.45 Uhr. Ankunft in Marrakesch 16.40 Uhr Ortszeit. 

 

Nach der Übernahme des Mietwagens fuhren wir gleich in das gebuchte Hotel „Sofitel Lounge & Spa“. Bei der Ausfahrt aus dem Flughafenparkplatz fragte uns ein mopedfahrender Marokkaner wo wir hinwollen, naiv wie wir

waren gaben wir das Hotel bekannt und gleich fuhr er voraus und begleitete uns in dieses Riad, natürlich gegen Bakschisch. Wir hatte einen Stadtplan dabei und die Fahrt durch Marrakesch zu diesem Hotel war wirklich

einfach. Nach der Diskussion um die Höhe des Betrages, er wußte schon was er wollte, fuhr er weg - na ja schon etwas gelernt.

Ankunft in Marrakesch

Im Hotel angekommen, machten wir uns frisch und gingen dann in die Altstadt auf den Platz Djamâa-el-Fna (Platz der Geköpften). Hier wurden einstmals Verbrecher und Rebellen hingerichtet und ihre Köpfe so lange

ausgestellt bis nur noch die kahlen Schädel übrig blieben. Akrobaten, Tänzer, Märchenerzähler, Musikanten  und Schlangenbeschwörer beherrschen heute den Platz. Schon von weitem war die laute Musik der trommelnden

Musiker zu hören. Wir schlenderten etwas auf dem Platz hin und her und kehrten zum Essen ein.

 


Marrakesch, Marokko, Djamâa-el-Fna
Djamâa-el-Fna
Marrakesch, Marokko, Djamâa-el-Fna
Marrakesch
Djamâa-el-Fna
Marrakesch, Marokko, Djamâa-el-Fna

am nächsten tag Bummel durch Marrakesch

30.09.2014

 

Am nächsten Morgen gings zum Frühstück. Vier freundliche Ober empfingen uns beim Eintritt in den Speisesaal, kaum am Tisch angelangt, bekamen wir frisch ausgepressten Orangensaft, Kaffee serviert, alles vom Feinsten.

Nach diesem ausgiebigen Frühstück gingen wir auf Marrakesch-Tour. Auf dem Programm standen die Saadier-Gräber, der El-Badi-Palast, die Altstadt mit den verwinkelten Gassen, Bahia-Palast und die Koranschule. 

 

Saadier-Gräber

Die Saadier-Gräber wurden von dem Alaouiten-Sultan zugemauert so dass sie erst 1917 von den Franzosen wieder entdeckt wurden. Die Gräber sind in zwei verschiedenen Bauten untergebracht, auch im Innenhof mit schönen Königs- und Dattelpalmen befinden sich Grabsteine. Absoluter Höhepunkt der Besichtigung ist der Saal der 12 Säulen aus Carrara-Marmor. Der Raum beherbergt das Grab des Saadier-Sultan Moulay Ahmed el-Mansour.

 

Saadier-Gräber Marrakesch
Saadier-Gräber Marrakesch
Saadier-Gräber Marrakesch
Saadier-Gräber Marrakesch

die Altstadt von Marrakesch

Marrakesch
Marrakesch

El-Badi-Palast

Der El-Badi-Palast wurde ab 1578 von dem Saadier-Sultan Ahmed el-Mansour erbaut. Unter dem Hof des Palastes liegen ausgedehnte Gefängnisse von denen oben nur die Lichtlucken erkennbar sind.

El-Badi-Palast Marrakesch

Bahia-Palast

Der Großwesir Ba Ahmed Ben Moussa lebte in dem Bahia-Palast mit 4 Frauen und 80 Konkubinen. Die 50 prachtvoll im maurischen Stil mit geschnitzten und bemalten Zedernholzdecken, Stuckverzierungen und Marmor ausgestatteten Räume stehen heute leer.

Bahia-Palast Marrakesch
Bahia-Palast Marrakesch

Koranschule

Die Koranschule Medersa Ben Youssef ist die einst größte und bedeutendste Koranschule Marrokos. Sie wurde im 14. Jahrhundert von den Meriniden gegründet. Der Lehrbetrieb wurde 1960 eingestellt.

Marrakesch Koranschule
Marrakesch
Marrakesch
El-Badi-Palast Marrakesch
Bahia-Palast Marrakesch
Marrakesch Koranschule

Besichtigung der Menara-gärten und Jardin Majorelle

01.10.2014


Heute fuhren wir mit dem Taxi und besuchten als erstes die Menara-Gärten. Im 12. Jahrhundert wurde sie von den Almohaden errichtet und im 19. Jahrhundert als Obst- und Olivenplantagen neu angelegt.

 

Weiter ging es zu dem Jardin Majorelle. Der französische Künstler Jacques Majorelle (1886 bis 1962) hat Pflanzen aus allen Kontineten seiner Reisen in diesem Garten zusammengetragen. 1947 wurde der Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1980 erwarben der Modeschöpfer Yves Saint-Laurent und dessen Lebensgefährte Pierre Bergé die Gärten.           

 

Der Nachmittag diente zur Erholung am Pool.

 

Menara-Garten Marrakesch, Marokko
Menara-Garten
Jardin Majorelle Marrakesch
Jardin Majorelle
Jardin Majorelle Marrakesch, Marokko
Jardin Majorelle
Menara-Garten Marrakesch, Marokko
Menara-Garten
Jardin Majorelle Marrakesch, Marokko
Jardin Majorelle
Jardin Majorelle Marrakesch, Marokko
Jardin Majorelle
Sofitel Lounge & Spa Marrakesch, Marokko
Hotel Sofitel Lounge & Spa

die Rundreise beginnt

02.10.2014


Am 4. Tag begann die Rundreise. Wir fuhren auf der N 9 nach Südosten. Unterwegs kauften wir einen 6er Pack Wasser und erreichten bald den Hohen Atlas. Unterwegs bei einem Fotostopp, kaum stiegen wir aus unserem Fahrzeug, war auch schon ein Händler da. Er verkaufte Drusen. Nach ausgiebigem Handeln (ich habe gelesen ca. 1/3 des geforderten Preises sei o.k.) habe ich eine Amethyst-Druse gekauft. Bei der Weiterfahrt las uns Werner aus einem Reiseführer vor, dass die Marrokaner meisterhaft solche Drusen fälschen. Das war natürlich ein Brüller, weil ich hatte ja als erster so ein Stück. Ob es nun echt oder unecht ist, ist mir im nach hinein egal es sieht sehr schön aus.

 

Bald erreichten wir die Passhöhe des Tizi N`Tichka-Passes mit 2.260m Höhe. Die Händler hier oben waren nicht sonderlich freundlich, ich vermute schon zuviel Touristen.

 

Nach einer Teepause fuhren wir weiter über die wenig befahrene Nebenstrecke der P 1506 bis zu dem kleinen Bergdorf Telouet mit seiner malerischen Kasbah. Weiter fuhren wir durch das Ounila Tal auf der einspurig geteerten Straße bis nach Ait-Ben-Haddou. Das Ksar Ait-Ben-Haddou ist seit 1987 Weltkulturerbe. Hier wurden unter anderem die Filme „Sodom und Gomorrha“ und „Lawrence von Arabien“ 1962 gedreht. 

 

 

Als wir weiterfuhren und ich wieder einmal dem Gegenverkehr auf dem unbefestigten Seitenstreifen auswich, gab es einen lauten Knall und der linke Spiegel schlug an die Seitenscheibe und das Spiegelglas war kaputt. Na toll und das am ersten Tag dachte ich mir und Stille war im Fahrzeug. Bei der Weiterfahrt entschlossen wir den Spielgel so schnell wie möglich reparieren zu lassen. Meine Gedanken kreisten nach deutschen Preisen in etwa € 400,- bis € 500,- für einen kompletten Spiegel, Ersatzteile in Marokko in dieser schon recht einsamen Gegend? In Quarzazate angekommen fragten wir bei einer Tankstelle nach Reparaturhilfe. Wir sollten einige hundert Meter weiter fahren dann links eine Reparaturwerkstatt. Hier angekommen, wußte der Besitzer, dass weitere hundert usw. eine Werkstatt sei. Hier wurden wir zum nahe gelegenen Glaser verwiesen. Dieser junge Mann schaute sich den kaputten Spiegel an, schnippte das Innenleben heraus, dieses Teil diente ihm als Vorlage für den Glasschnitt. Mit einem herkömmlichen Glasschneider schnitt er das Spiegelglas aus, rundete die Kanten mit Schmiergelpapier und fertig war das Spiegelglas. Ein Junge holte in der Zwischenzeit eine Tube Silikon oder Kleber, alles wieder zusammengefügt und repariert kostete der Außenspiegel € 9,-. Noch ein Erinnerungsfoto und dann fuhren wir in unser gebuchtes Hotel in Quarzazate.

 

Bergdorf Telouet mit der Kasbah
Bergdorf Telouet mit der Kasbah
Ksar Ait-Ben-Haddou
Ksar Ait-Ben-Haddou
unser Hotel in Quarzazate
unser Hotel in Quarzazate

Von Quarzazate nach Tinerhir

Bergdorf Telouet
Bergdorf Telouet
das Ounila Tal
das Ounila Tal

03.10.2014


Unsere heutige Fahrstrecke führte uns von Quarzazate nach Tinerhir. Fahrstrecke 290 km. Bevor wir uns auf die Fahrt machten, besuchten wir das Atlas Filmstudio. Eine junge freundliche Führerin zeigte uns die noch verbliebenen Kulissen von Filmen die hier gedreht wurden. Unter anderem: Asterix und Obelix Mission Kleopatra, Prince of Persia, Alexander, Babel, Gladiator, Kundun, der Film zeigt das Leben des 14. Dalai Lama. Ein neuer Film ist in Vorbereitung „King Tut“.

 

Im Anschluss verließen wir Quarzazate auf der N 10 in Richtung Osten und folgten den Dades flussaufwärts. Bei dem von Quarzazate nach Tinerhir. Diese schöne Kasbah ziert den 50 DH Geldschein. Nach einer Führung aßen wir im Innenhof das frisch gebackene Fladenbrot mit Olivenöl. 

 

Weiter führte unsere Fahrt durch die Dades-Schlucht bis Msemrir. Schon die Einfahrt in die Dades-Schlucht mit seinen beeindruckenden Felsformationen war klasse.

Bei einem Fotostopp kam eine junge Familie vorbei und wir verteilten Süssigkeiten.

 

Im Hotel Kasbah Lamrani in Tinerhir übernachteten wir.

 

atlas filmstudio

Kasbah Amridil Skoura

Kasbah Amridil Skoura
Kasbah Amridil Skoura
Kasbah Amridil Skoura
Dades Schlucht mit Silbereichen
Dades Schlucht mit Silbereichen


Die Todra-Schlucht

04.10.2014


Heute stand auf unserem Reiseplan die Strecke in die Todra-Schlucht. In Worte kann ich diese Landschaft kaum beschreiben, auch Werner meinte einmal mit schelmischem Hintergrund, richtig kitschig. Dies sollte natürlich nicht wirklich kitschig heißen, sondern wunderschön, so wie man sich eine Schlucht mit Palmen vorstellte. Wir hatten nur Sonnenschein, 30 Grad und darüber.

 

Weiter ging unsere Route über Rissani nach Merzouga. Vor Rissani passierten wir die alten Wasserkanäle „Rhettara“ die früher die Oasen mit Grundwasser versorgten. Dieses Kanalsystem wurde von Sklaven gebaut. In Rissani an einer Kreuzug fehlte wie so oft ein Verkehrsschild und wir wußten nicht wie es weiter ging. Wir entschlossen uns zunächst für die linke Weiterfahrt. Die Straße war mit „Kratern“ übersät und uns hüpfte der Magen hin und her - vor Freude. Wir kamen überein, dass dieser Weg nicht stimmen konnte. Einer von uns hat gelesen, dass das Hotel Merzouga nach rechts abzweigt. Also kehrten wir um und fuhren in die Richtung. Diese Wegstrecke führte unweigerlich in das Zentrum des Souks. Als die Straßen mit Marktgetümmel verstopft waren, beschrieb uns ein Polizist den Weg nach Merzouga. 

 

Und nun folgte ein weiterer Höhepunkt unserer Reise, das Dünenfeld Erg Chebbi. Ein Traum geht für mich in Erfüllung. Es hat schon etwas Erhabenes, unglaublich Schönes. Unser Hotel Kasbah Tombouctou lag am Rande dieser Dünen. Hier konnte man auch mit den Kamelen die Wüste erklimmen. Den Sonnenuntergang im Erg Chebbi wollte von uns keiner versäumen und schon stapften wir los. Von Neugier angetrieben, gingen wir immer weiter etwas Neues zu entdecken. Hier konnten wir das erste Mal auf unserer Reise einen Sonnenuntergang auf einer Dünenlandschaft erleben. Jeder wird seine eigenen Eindrücke mitnehmen.

 


Fahrt Um das Erg Chebbi

05.10.2014

 

Nach dem Frühstück gingen wir an den Pool. Wir informierten uns mehrmals, es konnten aber nicht alle Fragen geklärt werden, wie unsere Fahrt in die Dünen gestaltet werden sollte. Aber irgendwie gelang es uns dann doch die Wüstentour ab 15.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit zu organisieren. 

 

Diese Wüstentour umrundete den Erg Chebbi. Unser Guide sprach kein Wort französisch und so waren wir gespannt was jetzt auf uns zukam. Nach einer kleinen Dünen-Fahrt-Einlage besuchten wir ein Dorf in dem Instrumente gebaut wurden. Wir betraten ein Zimmer in dem einige Marokkaner musizierten und bekamen Tee serviert. Leider bekamen wir keine weiteren Informationen, sollten wir Trinkgeld geben? was war das hier?, wir fuhren einfach weiter. Keiner von uns wußte so recht was Sache war.

 

Die Fahrt ging weiter bis zu einem Fotohalt, dann weiter bis zu einem verlassenen Minenfeld. Der Boden war ganz schwarz. Hier wurde Blei abgebaut. Werner hat sich mal wieder in seinen Reiseführern kundig gemacht. In der Ferne erkannten wir das verlassene Minengräber-Dorf. Wir fuhren weiter und besuchten auf der Strecke eine Nomadenfamilie. Auch hier wussten wir nicht so recht und auch die Einheimischen nicht was uns hier erwartet. Den Kindern schenkten wir Süssigkeiten und Buntstifte. Der Vater bat um Augentropfen, die wir natürlich nicht dabei hatten, hätten wir´s gewußt.

 

Die Fahrt ging weiter Richtung Algerien, die Grenze konnten wir am Horizont erkennen. Bis er nach Westen abbog und eine Düne mit Allrad und Differenzialsperre erklomm - tosender Applaus von uns garantiert. Ein kurze Fotopause und weiter ging´s. Der Abend nahte bereits und wir wollten doch die Dünen mit ihren bezauberten Lichtspielen fotografieren. Langsam war ich etwas enttäuscht denn ich dachte wir fahren mit dem Allradfahrzeug ein wenig in den Dünen umher. Aber unser Guide kannte eine Stelle von wo aus mit Kamelen die Dünen erklommen werden konnte, er fuhr natürlich dorthin. Wir sechs im Auto murrten, den keiner von uns wollte diese Touristentour unternehmen und wir lehnten dies dankend ab. Aber unser Fahrer, obwohl ihm bestimmt die Provision entging, fuhr weiter und dann doch etwas die Dünen hoch, gerade noch zur rechten Zeit.

 

So waren alle zufrieden und kehrten in unser Hotel zurück. Was mich bei dieser Fahrt beeindruckte und überraschte, waren die unterschiedlichen Sand- und Gesteinsarten von schwarz über gelb bis rötlich wie oxidiertes Eisen und zwischendurch Sandstreifen, unglaublich vielfältig, nicht die Spur von Eintönigkeit der Steinwüste und immer auf der linken Seite das Erg Chebbi.


Erg Chebbi
Beginn der Rundfahrt um das Erg Chebbi
Erg Chebbi
Die Berge im Hintergrund sehen wir Algerien
Erg Chebbi
ein Schweizer musste sein Allradler ausfahren, weiter kam er nicht
Kamele vor Erg Chebbi
am nächsten Morgen
Erg Chebbi
verlassenes Minengräber-Dorf
Erg Chebbi
Erg Chebbi
Erg Chebbi

Weiter gehts nach Zagora

06.10.2014


Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns vom Erg Chebbi und die Reise führte 330 km nach Zagora. Dieser Streckenabschnitt zwischen Bergen, Oasen und Wüsten war abwechslungsreicher als wir dachten. Graues Wüstengestein wechselte zwischen gelben und grünen Sandabschnitten. Wir kamen an dem markanten Felsen „Gara de Medouar“ der sich in nördlicher Richtung zeigte vorbei. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs. Er ist 858 m hoch und die natürliche Form zeigt ein fast geschlossenes U. Dieser Berg war mit seiner strategisch wichtigen Lage als Festung unzugänglich. Im 19. Jahrhundert wurde mit einer 2 m breiten und 5 m hohen Wand das Felsentor verschlossen, um Regenwasser aufzufangen. Auch wird berichtet, dass dieser Berg als Lagerstätte für Sklaven aus Afrika, die weiter nach Portugal verkauft wurden, Verwendung fand. Auch als Filmkulisse diente dieser Ort.

 

Unser Mittagessen nahmen wir in der renovierten Kasbah Baha-Baha ein. Im Eingangsbereich war ein kleines Haus als Museum eingerichtet. Das Essen war gut und gestärkt fuhren wir weiter. Immer wieder waren verlassene Kasbah´s und Oasen unsere Wegbegleiter bis wir die Draa erreichten und durch Palmenhainen nach Zagora fuhren.

 

Wie sagt man in Marokko: Ihr habt die Uhr und wir haben die Zeit.

 

Felsen „Gara de Medouar“
Felsen „Gara de Medouar“
die Draa
die Draa

Die Strecke bis Tagounite

07.10.2014


Der heutige Weg brachte uns bis an das Ende der Asphaltstraße bis kurz vor M`Hamid brachte. Die Straße war wieder nur für eine Autobreite geteert teilweise Steckenabschnitte nur Schotter. Wir fuhren bis zu dem Dorf Tagounite. Hier besuchten wir den Ort und das Ksar Ouled Driss. Dieses Haus war als Museum hergerichtet. Wir tranken noch Kaffee und Tee und machten uns auf den Rückweg.

 

In Tamegroute aßen wir zu Mittag. Die Besitzerin des Restaurant war eine Schweizerin. Wir bestellten Fleischspieße. Sie erklärte uns, dass durch das Opferfest kein Fleisch mehr zu bekommen war. Alle Marokkaner feiern dieses hohe Fest im Kreise der Familie mit Lammbraten, arme Familien können sich nur ein Huhn leisten. Na gut sagten wir, zaubern sie für uns sechs ein Mittagessen. In der Zeit bis das Essen kam erzählte sie uns noch, das es in diesem östlichen Marokkoteil den Einheimischen 2014 schlecht gehe. Es regnete selten, die Brunnen hatten kein Wasser und die Dattelernte war schlecht bis ganz ausgefallen. Auch in ihrem großen Garten wuchs kein Gemüse, wie wir sehen konnten. Wir bekamen dann doch Brochettes (Grillspieße).

 

Gestärkt besuchten wir mit einem Führer das Ksar und die Bibliothek des Dorfes. Die Schweizerin empfahl uns auf jeden Fall einen Führer zu nehmen. Die dunklen engen Gassen sind schon eine Welt für sich. Bei dem Rundgang besichtigten wir noch eine Keramikwerkstatt. Hier sagt man noch nicht Manufaktur. Danach besuchten wir die Bibliothek. Ein blinder Marokkaner zeigte uns die wichtigsten handgeschriebenen wissenschaftlichen Bücher. Die Einbände waren mit Kamelhaut bezogen. Er sprach etwas deutsch. Wir bezahlten den Eintritt, aber er forderte trotzdem Backschisch, was wir natürlich gerne bezahlten.

 

Tamegroute
Tamegroute
Keramikbrennerei
Tamegroute
Töpferladen in Tamegroute

Von Tagounite bis Tafraoute

08.10.2014

 

Die längste Fahrstrecke 480 km musste heute bewältigt werden. Es gab zwei Routen ein asphaltierte Straße und eine Schotterpiste. Wie uns die Schweizerin erklärte, hatte es vor ca. zwei Wochen sintflutartig geregnet, keiner wußte wie die Piste zum jetzigen Zeitpunkt beschaffen ist. Wir stimmten ab und entschieden uns für die asphaltierte Fahrstrecke bis Tafraoute und nicht den Weg mit einem unbekannten Zustand der Schotterpiste.

 

Werner wußte, dass in Zagora am Mittwoch Markttag ist. Wir statteten einen kurzen Besuch ab.

 

Diese Route führte wieder an Oasen, kleinen Ortschaften, Kasbahs und schroffen Felsen vorbei. Nachdem wir die weltgrößte Nickel- und Kobalt-Mine passierten ging die Strecke durch einen Canyon, Werner war am Steuer. Irene kommentierte „liebe Güte“ als sie die zwei LKW´s vor uns sah. Ich freute mich, das war doch eine Abwechslung. Bei Werner´s Grinsen konnte ich erkennen, er musste sich wie Franz Mersdonk aus der Serie „Auf Achse“ vorgekommen sein. Wir erreichten am späten Nachmittag unser Ziel, das Hotel Les Amandiers in Tafraoute.

 

Markt in Zagora
Markt in Zagora
Momentaufnahme neben der Strecke
Momentaufnahme neben der Strecke
Markt in Zagora
Markt in Zagora
Momentaufnahme neben der Strecke
Momentaufnahme neben der Strecke

Rundfahrt: Tal der Ammeln und zur Ait Mansour-Schlucht

Im Tal der Ammeln

09.10.2014

 

Unser Tagesausflug führte uns zunächst in das Tal der Ammeln. Dieses Tal ist in etwa 15 Kilometer lang mit ehemals 26 Dörfern im westlichen Anti-Atlas. Das Tal trägt den Namen von den Ammeln, einem Berberstamm. Besucht haben wir das „Maison Traditionelle“ ein ca. 400 Jahre altes Haus, das seit 1982 den Besuchern geöffnet ist. Ein älterer Herr, der hier aufwuchs und später erblindete führte uns durch sein Haus. Nach der Hausbesichtigung versammelten wir uns im Wohnzimmer und er erzählte über das traditionelle Leben in dieser Gegend. Er legte meiner Frau die Djellaba an und zeigte uns wie das Kleidungsstück um den Körper gewickelt wird. Ein jüngerer Mann gesellte sich zu uns und später kam noch ein Kind dazu, vermutlich ein Enkel. Es wurde uns Tee gereicht und der ältere Herr nahm sein Banjo zur Hand, spielte und sang einige Berber-Lieder in Begleitung mit einem weiteren Instrument.

Die traditionelle marokkanische Musik gehört zu jedem Fest dazu, sie wird bei Geburten, Hochzeiten, Begräbnissen, religiösen Veranstaltungen und Festivals gespielt.

In den ländlichen Regionen hat die alte Berbermusik Tradition, während in städtischen Gebieten arabische Einflüsse eine große Rolle spielen. Instrumente und Musik, die die Araber aus dem Osten und Andalusien hierher brachten, sind vorherrschend. Die Musik der Berber ist sehr vielfältig, Instrumente aller Art kommen zum Einsatz, von der Oboe bis zum Dudelsack.

 Im Lauschen der Klänge liess sich die Tatsache vergessen, dass es sich um eine Führung handelte. Jeder für sich konnte diese Stimmung einfangen und mitnehmen. Es war sehr beeindruckend, ja sogar familiär. Auch Georg spielte einige Takte auf diesem Instrument.

 

Am Nachmittag machten wir uns auf die Ait Mansour-Schlucht zu besuchen. Auf dieser Reise erlebten wir schon einige Höhepunkte, die Ait Mansour-Schlucht gehört unbedingt dazu.

 

Bei der Rückfahrt nach Tafraoute sind wir an den blauen Felsen vorbei gekommen, die 1984/85 der belgische Künstler Jean Vérame bemalt hatte.

 

Ait Mansour-Schlucht

Auf der Rückfahrt nach Tafraoute

Von Tafraoute nach Essaouira

10.10.2014

 

Wir verlassen Tafraoute und fuhren an die Atlantikküste, ein kurzer Fotostopp am Meer und weiter ging´s. Am Wegesrand sahen wir Ziegen auf einem Arganbaum. Bakschisch für

den Ziegenhirt und wir dieselten weiter bis nach Essaouira.

 

Wir telefonierten mit der Besitzerin Frau Lüders des Riad Imik Imik und sie holte uns von einem großen Parkplatz ab. Beim Einfahren in den Parkplatz kamen viele Parkplatzwächter

auf uns zu und wiesen uns den richtigen Platz zu. Unser Fahrer war sehr genervt, er wußte nach soviel Geschrei nicht mehr wohin er eigentlich fahren sollte. Wir fanden dann doch unsere Wirtin. Frau Lüders handelte mit dem Parkplatzwächter, genauer gesagt mit einem der vielen Parkplatzwächtern, den Preis aus für zwei Nächte parken. Wir vermuteten, dass

der große Platz in Sektoren für die Parkplatzwächter aufgeteilt ist. Das Hotel Imik Imik ist eine Perle in der Stadt von Essaouira. Frau Lüders bestellte für den Abend einen Tisch in

einem Restaurant, in dem wir sehr gut speisten.

 

Essaouira

11.10.2014


Dieser Tag war für Besichtigungen in Essaouira vorgesehen. Nach dem Frühstück trennten wir uns und jedes Paar verbrachte den Tag über alleine. Zusammen gingen wir dann noch in der Altstadt essen.

 

Abschied von Essaouira und von Marokko

12.10.2014

 

Wir mußten Abschied nehmen von dieser fremdartigen Stadt. Ich habe noch nicht erzählt; Frau Lüders war nach ihrem ersten Besuch in diese Stadt Essaouira verliebt und kaufte sich ein Haus. In drei Jahren baute sie das verwahrloste Gebäude in ein schmuckes Hotel mit drei Gästezimmern um.

 

Die letzte Strecke von Essaouira nach Marrakesch betrug 180 km. Am Nachmittag lieferten wir unser Fahrzeug ab.

 

Am nächsten Morgen um 8.20 Uhr flogen wir wieder nach München.

 

Diese Reise war ein Traum wie aus 1001 Nacht. Landschaftsformen wie Oasen, Canyons, Tafelberge und Wüsten die nicht nur in Marokko sondern auf der ganzen Welt angetroffen werden können vereint dieses herrliche Land. Marokko zeigte starke Kontraste als Beispiel Marrakesch die Altstadt und die Neustadt mit 5 Sterne Hotels und Shopping-Geschäften, die Rom, Paris etc. nicht nachstehen. Ganz im Gegensatz die Provinzen in denen wir zu Gast waren. Hier fühlte man sich wie in das Mittelalter zurückversetzt. Trotzdem sind die Menschen um ein vielfaches fröhlicher und freundlicher als in unserem reichen gesättigten Deutschland. Viele Menschen winkten uns zu, auch die Polizisten bei den Straßenkontrollen.

 

unser hotel in essaouira "imik Imik"

Dieses Riad IMIK IMIK können wir nur empfehlen