Im Herbst über die Pässe

mit dem Wohnwagen durch das Wallis und weiter in´s Piemont


10.09.2017

Wie immer ist vor dem Urlaub Hektik angesagt. Schlösser an der Bugklappe defekt. Grüne Versicherungskarte nicht auffindbar. Die PIN-Nummer der neuen Kreditkarte funktioniert nicht, also nur mit der EC Karte in den Urlaub. Wie immer schafften wir unsere geplante Abfahrtzeit nicht.

 

Die Abfahrtzeit um 30 Minuten hin oder her ist doch eigentlich völlig egal. Wir starteten um 7.30 Uhr in Richtung Süden. Diese Reise sollte mal wirklich eine Reise werden. Ohne Autobahn, ohne Zeitdruck übernachten wo es beliebt. 

 

Die Fahrt verlief gemütlich, rasen sollen die Anderen. Die Strecke von Augsburg über Bregenz, Chur, Films, Laax und weiter über den Oberalppass. Das Wetter war mies es regnete die Wettervorhersagen kündigten schönes Herbstwetter an. An Andermatt vorbei und über den Furkapass sollte es weitergehen, dachte ich. Im Radio hörten wir, dass der Gotthardpass und der Furkapass wegen dem frühen Wintereinbruch gesperrt sind. Über den Gotthard wollten wir nicht aber über den Furka. Wir fuhren dann weiter bis Realp, vielleicht ist der Pass in der Zwischenzeit geöffnet worden, aber nein er war gesperrt. Das standen wir nun auf einem kostenpflichtigen Parkplatz. Dort ist das Parken nur bis 22.00 Uhr erlaubt, danach ist das Parken verboten. Wir fuhren einige Kilometer zurück und übernachteten auf einem Platz der zu einer Hälfte Gebühr kostete und auf der anderen Seite für Restaurant-Besucher kostenlos war, die Gaststube hatte aber Ruhetag und wir blieben stehen. 

 


Es wurde immer kälter aber unser Wohni hatte ja eine Gasheizung, wenn diese funktionierte. Nach gefühlten 1.000 Starts mit der Zündung konnte ich die Heizung zum Brennen bringen im nu war es warm und die Brotzeit schmeckte.

 

Was ich noch erwähnen möchte. Nicht weit von uns entfernt stand ein Auto und zwei Männer schauten permanent mit dem Fernglas zu den Bergen. Ja kannten die Einheimischen ihr Berge nicht dachte ich mir, um in dieser Dämmerstunde unentwegt die Berge anzuschauen.

11.09.  weiter in´s Wallis

Am Abend las ich noch, dass der Furka für Wohnwagen gesperrt ist. Das nenne ich eine perfekte Urlaubsvorbereitung. Aber dies war jetzt nicht wirklich ein Problem und wir fuhren am frühen Morgen über den Gotthard, er war nicht mehr gesperrt. Oben angekommen, wir wollten frühstücken, mußten aber feststellen, das alle Geschäfte, das Museum, Restaurant schon geschlossen hatten. 

In einiger Entfernung sahen wir zwei LKW stehen und konnten den Abtransport der Kühe beobachten. Jetzt war mir klar, warum die Schweizer die Berge mit dem Fernglas abscannten, durch den frühen Wintereinbruch suchten sie nach verlorenen Kühen.

 


Weiter fuhren wir den Gotthard hinunter und den Nufenen hinauf. Bei der Auffahrt schien die Sonne und kein Auto weit und breit. Auf der Passhöhe zog Nebel vom Rheintal herauf. Je weiter wir bergabwärts fuhren um so bezaubernder wurde die Landschaft. Weiße Schneegipfel und grüne Wiesen es war nur noch eine einmalige Traumlandschaft.

 

Nachdem wir in dem Hotel Walser hervorragend gefrühstückt hatten fuhren wir Brig entgegen. In Ulrichen machten wir Rast. Wir schlenderten durch den alten erhaltenen Ortsteil mit den eng stehenden von der Sonne gebräunten Häusern und Ställen. Was für eine herrliches Dorf.

 

Bei Brig steuerten wir den Campingplatz neben dem Thermalbad an. Da die Rezeption Mittagspause hatte, plumpsten wir gleich ins Wasser.


12.09. Camping Brig

Diesen Tag verbrachten wir im Thermalbad.

 

Ach unsere Heizung funktionierte jetzt gar nicht mehr. Einen in der Nähe befindlichen "Gas Spezialist" hat sich unsere Heizung angesehen und meinte wir hätten noch Glück, denn vor dem Baujahr 1993 gibts es keine Ersatzteile mehr, unsere Truma ist von 1997. Sein Kennerblick verriet nichts Gutes, und er meinte, die Heizung müsse total revidiert werden. Dies sollen wir am besten in Deutschland machen lassen, dort ist es billiger.

13.09. Tagesausflug

Über den Simplonpass sind wir nach Italien in das Anzasca Tal (walserdeutsch Vischpertal) gefahren. Der höchstgelegene Ortsteil, Pecetto, liegt auf 1327 m ü. M., der tiefstgelegene, Pestarena, liegt auf 1075 m. Macugnaga liegt im Talschluss des Valle Anzasca in einem klassischen glazialen Trogtal, das von den mächtigen Gletschern des Monte Rosa Massivs ausgeformt wurde. 

 

Bei der Rückfahrt stoppten wir oben am Simplonpass, bei schönstem Wetter.


14.09. heute ist unser Etappenziel Martigny

Wir fuhren bei bedecktem Himmel das Rhonetal abwärts in Richtung Martigny. Dort wollten wir einige Tage verbringen. Auf der Fahrt dorthin begann es zu regnen und vor Martigny entwickelte sich das Wetter zum Unwetter. Die Wetteraussichten waren auch nicht gut, also beschlossen wir weiter zu fahren. Unsere geplante Reise führte uns über den Großen St. Berhard. Das Aostatal empfing uns mit blauem Himmel. Die Weiterreise sollte ab Aostatal nach Frankreich über den Rossière Pass ... in Richtung Gap führen. Nach weiterem Wetterchek für die französischen Berge waren die Aussichten nur noch für einen Tag gut, danach folgte drastische Wetterverschlechterung mit Temperaturen oben am Berg um die 1-5 Grad. In unserem Alter

- ohne Heizung - entschieden wir uns in eine wärmere Gegend zu fahren.

 Als Ziel hatten wir uns dann das Piemont ausgesucht. Hihi nicht nur wegen dem warmen Wetter!


eine Woche im Piemont

Der Trüffelsucher und sein Hund

Diese Darstellung erinnert daran, dass seit vielen Jahrhunderten in Roddi der Trüffel gesucht wird. Gegen Ende des 19. Jahrunderts gründete ein Bauer neben dem Schloß eine Schule für Trüffelhunde, die heute noch in Betrieb ist.

 

Im Oktober überschlagen sich in dieser Region die Trüffelmärkte und Trüffelmessen.


Abstecher in das Valle germanasca

Ich wollte mich und unseren Subi mal auf Schotterstraßen testen. Wir suchten uns den Lago Lauson, der vom Valle del Germanasca aus, in 2.000 m Höhe erreichbar ist.

 Als Schön-Straßen-Fahrer war die Hoppelei über die festgefahrenen Steine sehr gewöhnungsbedürftig. Es schaukelte ganz schön im Auto. Aber es hat mir unheimlich Spass bereitet. Dann kamen wir an eine Stelle wo meine Frau nicht mehr mitfahren wollte und sie stieg aus. Sie ist dann ein kurzes Stück gelaufen und stieg wieder ein. Im Auto meinte sie dann, der Weg sehe vom Auto viel schmaler aus als er in Wirklichkeit ist. Ausweichstellen gab es so gut wie keine. Weiter gings bis zu einer Kette die quer über die Fahrbahn den Weg versperrte. Oh oh, mir blieb nichts anderes übrig als rückwärts einige hundert Meter zu fahren. Zu allem Überfluss kam uns dann ein einheimischer Geländewagen entgegen, der vorwärts ich rückwärts und die Fahrerin konnte meine "Fahrkunst" begutachten. Ich muß noch erwähnen, daß zwei freilaufende Hunde dieses Auto begleiteten. Dann kamen noch zwei Mountain Bike Fahrer vom Berg herunter. Also jetzt, ein Geländewagen 2 Hunde 2 Mountain Biker und ich rückwärts, da kommt Freude auf. Die rechten beiden Bilder zeigen ein Stück meines Rückweges.

Meiner Frau hatte es im nachhinein auch Spass gemacht, ist halt eine Gewöhnungssache.


Tagesfahrt in das Quelltal des Po

Auf dem Weg zum Valle del Po lag am Wegesrand, in dieser reizvollen Landschaft, dieses kleine Paradis. Ein Ort der Ruhe und Entspannung.


Dem Monte Visa kommt man im Valle Po sehr nahe. Diese Felspyramide, dem Wahrzeichen der Piemonteser Berge, überragt mit 3841m alle benachbarten Gipfel.

 

Eine asphaltierte Straße führt 45 km von Saluzzo entfernt bis zum Pian del Re. Am Wochenende ist lt. Reiseliteratur viel Verkehr auf dieser herrlichen Bergstraße. 

 

Oben angekommen eröffnen sich viele Wanderwege und die Quelle des Po.


Impressionen aus dem Piemont

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war eine wunderschöne Reise und wir werden die geplante Fahrt vielleicht 2018 durchführen bzw. fortsetzen.