Insel Rügen Kdf-Seebad

Durch die KdF-Organisation wurden zwischen 1936 und 1939 acht gleiche Gästeblöcke mit einer Gesamtlänge von 4,5 km errichtet. Bei Kriegsbeginn wurden die Bauarbeiten gestoppt.

 

Während des Krieges dienten die Gebäude als Ausbildungsstätte für Luftwaffenhelferinnen und einem Polizeibataillon. 1943 wurden ausgebombte Hamburger untergebracht und 1944 wurden Räume als kleines Lazarett genutzt. Ab Mai 1945 kamen Heimatvertriebene aus den Ostgebieten dazu.

 

Zwischen 1948 und 1953 wurde die Anlage von der Roten Armee genutzt und Sprengübungen an den Häusern durchgeführt. 1949 gab es in Prora eine Infanterieschule mit 1.000 Mann. 1950 ging daraus eine kasernierte Polizeibereitschaft und später die Nationale Volksarmee der DDR hervor. Prora beherbergte erstmals 10.000 Mann. Das Gebiet um die Wohnblöcke wurde zum Sperrgebiet. Desweiteren dienten die Gebäude militärischer Kampfverbände und militärischer Ausbildung. Ab 1982 waren bis zu 500 Waffenverweigerer und Regimegegner einquartiert, die am Bau des Fährhafens Mukran zu arbeiten hatten. 

 

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 übernahm die Bundeswehr den Komplex, stellte die Nutzung 1992 ein und verließ Prora. Seit 1993 ist die Anlage öffentlich zugänglich. Ansonsten sind die leerstehenden Gebäude und Räume dem Verfall und Vandalismus ausgesetzt. Bei unserem Besuch 2014 wurde in einem Wohnblock die Zimmer als Ferienwohnungen umgebaut!

 

 

 

Foto oben: Rekonstruktion eines Zimmers der KdF-Zeit.  

Bildnachweis: Schramme aus der deutschsprachigen Wikipedia. 

Bilder unten: von 2014